31.08.2017

Wir brauchen die Bienen! Besuch beim Bio-Imker

»Grün hört zu«: Wir besuchen Betriebe der Region. In diesem Jahr stand nach den Unternehmen Oped, Sandoz und dem kreiseigenen Abfallentsorgungsbetrieb VIVO diesmal die Bio-Imkerei Konrad in Holzkirchen auf dem Programm.

Holzkirchner Gemeinde- und Kreisräte: Ulrike Küster, Imker Karl Konrad, Robert Wiechmann, Karl Bär.

Im Inneren des Wurzelsepps.

Grün hört zu: Besuch bei der Bio-Imkerei Konrad in Holzkirchen

Karl und Christine Konrad sind leidenschaftliche Imker. Für das Ehepaar ist die Imkerei eine interessante und vielseitige Arbeit, mit der sie auch einen wertvollen Beitrag für die Umwelt und das Gemeinwohl leisten. Ihre Begeisterung liegt in der Familie: bereits in der dritten Generation züchten sie Bienen. Karl Konrad ist Vorsitzender des Holzkirchner Imkervereins und der Imker in der Familie. Ehefrau Christine verkauft im hauseigenen Laden den goldfarbenen Honig und hat einige weitere gesunde Köstlichkeiten im Angebot, wie ihr »Bienenspezial« aus Honig, Pollen, Propolis und Gelée Royale, oder Honig in der Wabe. Seit 2012 ist der Familienbetrieb biozertifiziert.

Im naturnahen Garten der Konrads können Interessierte bei Führungen etwas über die Geheimnisse der Imkerei erfahren. Seit letztem Jahr steht hier ein neues Bienenhaus, vor der Haustür steht ein hölzerner Wurzelsepp, der einen Bienenschwarm beherbergt. Dessen Waben können durch ein Glasfenster angeschaut werden.

Kreisvorsitzende Ulrike Küster informierte sich mit ihren beiden Kollegen aus dem Kreistag und Marktgemeinderat, Karl Bär und Robert Wiechmann, über alle Aspekte der biologischen Honiggewinnung. Eine durchaus komplizierte Materie. Da geht um die Züchtung von sanftmütigen Bienen, um die Aufzucht von Königinnen, um die Gesundheit und die Ernährung der Bienen. Die meisten seiner Völker hat Konrad in Schmidham stehen, weil dort biologische Landwirtschaft betrieben wird.

Imker leisten einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl

Die Bienen bestäuben Blüten und sorgen damit für die Ernte. »Ohne Bienen müssten wir unser Obst und Gemüse per Hand bestäuben«, bringt der Imker die Leistung der Tiere auf den Punkt.

Die Grünen interessierte daher besonders, was sie als Kommunalpolitiker für die Imker und ihre Bienen tun können. Sie verstanden, wie wichtig die finanziellen Zuschüsse des Landkreises und der Marktgemeinde für die Imker sind. Der Beitrag der Imker für das Gemeinwohl wird durch Zuschüsse unterstützt. Als einziger Landkreis in Bayern übernimmt der Landkreis Miesbach die Kosten für die notwendige Bekämpfung der Varroamilbe. Diese bedroht die Existenz ganzer Bienenvölker.

Die Marktgemeinde unterstützt die Nachwuchsarbeit der Imker. »Wenn jemand mit der Imkerei anfängt und die entsprechenden Seminare nachweisen kann, bekommt er ein Bienenvolk geschenkt«, so Vorsitzender Konrad.»Dafür verwenden wir das Geld, von der Arbeit redet ja sowieso keiner«.

Bienen brauchen Blüten und giftfreie Nahrung

Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten zu tatkräftiger Unterstützung. Bienen brauchen Artenvielfalt und giftfreie Nahrung. Kreisverkehre und Randstreifenbegrünungen, die seit diesem Jahr mit insektenfreundlichen Blühmischungen bepflanzt sind, sind ein erfreulicher erster Schritt.

Auch Hecken mit heimischen Sträuchern sind beispielsweise eine schöne Bienenweide. Die Einfriedungssatzung in Holzkirchen verbietet denn auch das Pflanzen von Thujenhecken. Diese bieten keine Nahrung für die heimischen Tiere. Auch nicht für Bienen. »Heimische Hecken in die Gärten zu pflanzen ist doch ein kleiner Ausgleich dafür, bauen zu dürfen«, so Konrad.

Großes Thema waren die Gifte, die in der Landwirtschaft leider häufig verwendet werden und den Bienen sehr schaden. Karl Bär, Agrarökonom und Bundestagskandidat für die Grünen, setzt sich beruflich und politisch für eine gesunde Umwelt ein und ist Experte in Sachen Glyphosat & Co. Er hat für die Gemeinderatsfraktion einen Antrag gestellt, dass die Gemeinde künftig auf Gifte auf den gemeindeeigenen Flächen verzichtet. Mit einem Teilerfolg (Bericht im Blog Grünes Holzkirchen).

Auch der Imker bedauert, dass der Marktgemeinderat mehrheitlich weiter Gift auf den verpachteten Flächen der Gemeinde zulassen will. Die Grünen werden weiter für Artenvielfalt, eine gesunde Umwelt und die Bienen kämpfen, und überlegen, diese wichtigen Themen in der Gemeinde noch einmal angehen:

»Ich bin optimistisch, dass sich die Vernunft durchsetzt und wir im Marktgemeinderat gemeinsam ein schönes Zeichen setzen – für unsere Umwelt und damit auch für unsere Imker«, so Karl Bär.