WILLKOMMEN BEI DEN GRÜNEN IM KREIS MIESBACH

ERGEBNISSE DER BUNDESTAGSWAHL UND DER EUROPAWAHL


Die Wahlergebnisse der Grünen im Landkreis Miesbach bei der Bundestags- und der Europawahl 2009 finden Sie demnächst hier.

REDE DER KREISRÄTIN HARDA VON POSER


(Gehalten im Kreistag, zum Thema der Aussiedlung des Zuchtverbandes Miesbach und zur möglichen Ansiedlung in Potzenberg.)

Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte liebe Kreistags-Kolleginnen und Kollegen,

wir haben vor allem 2 Argumente, die gegen die von der Stadt Miesbach beantragte Herausnahme der beiden Landschaftsstücke Potzenberg und Straß aus der Landschaftsschutz-Verordnung sprechen.

1. Unsere Kreisstadt ist eine sehr schöne Stadt, das wissen aber die Durchfahrenden nicht, weil die Durchgangsstraße nicht gerade der schönste Teil Miesbachs ist.

Miesbach liegt in einer Senke. Doch es gibt für die Durchfahrenden, und natürlich auch für uns, eine besonders schöne Stelle mit einem besonders schönen Blick, die einzige Stelle dieser Art in und um Miesbach: wenn man von Irschenberg kommend den Potzenberg hinunter nach Miesbach fährt und man einen weiten Blick über die Voralpen-Landschaft hat – da weitet sich einem das Herz.

Dieser einzigartige und einmalige Blick soll nun mit einer riesigen Halle bebaut werden – die bisherige Halle ist 112 m lang – diese Größe ist uns vermutlich gar nicht bewusst, weil die Halle nicht exponiert liegt; sie hat die Größe eines halben Fußballfeldes! (Ein Fußballfeld ist laut DFB 90–120 m lang). In Potzenberg hätte man zudem das Dach in Draufsicht. Dazu kommen zwei große Parkplätze, angeblich größer als der bisherige; beides lässt sich nicht in der Landschaft verstecken, auch nicht in einer Senke. 

Und auch wenn die Halle des Zuchtverbandes, wie es im Antrag heißt, gut zu dieser bäuerlichen Landschaft passt: Ist es nicht gleichgültig, ob unter dem Dach Kühe versteigert oder Fabrikteile gefertigt werden?

2. Ich finde, es spricht nicht für die Kompetenz eines Kreistages, wenn wir sehenden Auges, und wissend, gegen was wir vermutlich alles verstoßen, dennoch eine Herausnahme aus der Landschaftsschutz-Verordnung vornehmen:

Denn es liegen uns über 20 Gegenargumente vor, die dagegen sprechen.

Das Verfahren steht in starkem Kontrast:

1. zur Alpenkonvention
2.zum Grundsatz des Erhalts des Landschaftsbildes
3. zu den Grundsätzen des Naturschutzes
4. die Verkehrsanbindung ist nicht geklärt (ein Kreisel nicht möglich)
5. es liegt kein Flächennutzungsplan vor
6.die Leistungsfähigkeit bei Starkregen-Verhältnissen ist nicht ausreichend
7. es gibt eine problematische Hangwasserführung (das Einzige, was man evtl. in Griff bekommt)

Das Verfahren entspricht nicht:

8. dem geltenden Baugesetzbuch
9. den Umweltschutz-Bedingungen
10. den Grundsätzen einer Bauleitplanung
11. dem Berg-Landschafts-Protokoll
12. dem Landes-Entwicklungsplan
13. es handelt sich hier um einen Satelliten, 500 m außerhalb der Bebauung
14. es fehlt ein genehmigter Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan
u.v.a.m. 

Der Bebauungsplan wird nach unserer Auffassung nicht vollzugsfähig sein und ist damit vermutlich rechtswidrig.

Dies alles abzuklären: die Verfahrens-Verstöße, das Einholen von etlichen Gutachten, dazu die vorhandene Bürgerinitiative, die zu erwartenden Klagen – dies alles würde Jahre dauern (und wir wissen alle, dass und warum es eilt!) – dazu mit völlig ungewissem Ausgang; es muss auch mit einer Ablehnung gerechnet werden.

Für Straß – mit dem Blick auf die Gindelalm, wenn man gerade Miesbach verlassen hat – liegen die Fakten ähnlich; wenn es hier auch nicht ganz so wehtut. Auch hier würden wir ein Stück der charakteristischen Egarten-Landschaft unwiederbringlich zerstören.

Deshalb stimmen wir gegen den Antrag, diese beiden Landschaftsstücke aus der Landschaftsschutz-Verordnung herauszunehmen.

Abschließend möchte ich noch ein Argument hinzufügen:

Wir leben in einer begnadeten Landschaft – haben wir da nicht die Verpflichtung, diese für unsere Kinder zu erhalten? Die Schönheit unserer Landschaft ist nicht mit Zahlen nach Höhe, Abstandsflächen, Versiegelungsflächen, usw. zu messen und nicht in Gesetze zu pressen, wie man es gern in einer verkopften Gesellschaft tut – wir können die Schönheit unserer Landschaft nur mit unseren Herzen messen.

Aus all diesen Gründen möchte ich den Kreistag herzlich um ein Nein zur Herausnahme bitten. Ich appelliere an das Herz und Gewissen jedes Einzelnen von uns, auch wenn er damit gegen einen Fraktionsbeschluss oder gegen den Beschluss des Umwelt-Ausschusses stimmen sollte.

Danke fürs Zuhören.

Harda von Poser

Aktuelle Termine


Vortrags- und Diskussionsabend mit MdB Dr. Thomas Gambke
Mittwoch, 22. September 2010 in Holzkirchen  Mehr »

Nächstes Treffen des Kreisverbands
voraussichtlich Mittwoch, 13. Oktober 2010.    
Mehr »