»MACHT UND MISSBRAUCH« – LESUNG UND DISKUSSION
23.03.2010
Am 23. März war
Dr. Wilhelm Schlötterer zu einer Lesung aus seinem
Buch »Macht und Mißbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger.
Aufzeichnungen eines Ministerialbeamten«
mit anschließender Diskussion in Miesbach.
Gut 140 Zuhörer hatten sich im Bräuwirt eingefunden. Nach der Lesung signierte der Autor sein Buch am Büchertisch.
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Über das Buch:
Michael Stiller, langjähriger leitender Redakteur der
Süddeutschen Zeitung: »Dieses Buch entlarvt die
Wiederbelebung eines verqueren Strauß-Mythos durch die
CSU als peinliche Farce. Der Autor, als früherer
leitender Steuerbeamter Bayerns von der Strauß-Clique
wegen seiner Unbestechlichkeit und Unbeugsamkeit über
viele Jahre kujoniert und verfolgt, obwohl selbst
CSU-Mitglied, setzt gegen Legenden gnadenlos Fakten:
über den Raubinstinkt von Politikern, die Begünstigung
ihrer Amigos, schamlose Selbstbedienung mithilfe des
Staatsapparates und menschenverachtende Behandlung
jener, die sich pflichtgemäß diesem bis heute
anhaltenden Treiben widersetzt haben oder noch
widersetzen.«
Franz Josef Strauß gilt als Ikone der CSU. Edmund Stoiber bezeichnete ihn als »größten Sohn« der Partei. Andere CSU-Spitzenpolitiker verlangen für Strauß gar einen Platz in der Ehren- und Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg.
Mehr als 20 Jahre nach Strauß’ Tod wird so ein Mythos gehegt, der im krassen Gegensatz zur Realität steht. Seine Gier nach Macht und Geld ließ den einstigen CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten sich selbst zum Gesetz erheben: Er setzte ihm genehme Beamte in Schlüsselpositionen ein, begünstigte befreundete millionenschwere Unternehmer und griff in amtliche Entscheidungen ein. Wer sich ihm entgegenstellte, wurde ausgeschaltet. Dieser Regierungsstil, die Ausbeutung des Staates für Partei- und Privatinteressen, endete jedoch nicht mit der Ära Strauß, sondern reicht über Max Streibl und Edmund Stoiber bis hin zu Erwin Huber.
Wilhelm Schlötterer arbeitete fast 30 Jahre im bayerischen Finanzministerium. In der Ära Strauß war er mit dubiosen Steuerfällen betraut, die sich später zu spektakulären Affären ausweiteten und schließlich in der Amigo-Affäre mündeten. Er führt die Ausmaße des Strauß-Netzwerkes sowie dessen Machenschaften - auch unter den Nachfolgern - vor Augen und berichtet von seinem persönlichen Widerstand gegen ein schamloses Machtsystem, das Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in besorgniserregender Weise missachtet.
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Über den Autor:
Wilhelm Schlötterer, geboren 1939 in Regensburg,
studierte Jura in Berlin und Würzburg. Nach der
Promotion zum Dr. iur. trat er 1968 in die bayerische
Finanzverwaltung ein. Von 1973 bis 1974 war er
Vertreter des bayerischen Finanzministeriums an der
Landesvertretung in Bonn. Anschließend leitete er im
Finanzministerium in München das Referat für
Steuerfahndung, Steuerstrafrecht, Steuererlass,
Abgabenordnung und Außensteuerrecht. Später für andere
Referate zuständig, wechselte er schließlich 1998 als
Generalbevollmächtigter zur Landeswohnungs- und
Städtebaugesellschaft Bayern, die in dieser Zeit von
der Deutschen Kreditbank übernommen wurde. Wilhelm
Schlötterer ist inzwischen pensioniert. Er ist
Präsident der Società Dante Alighieri München und
wurde 2004 vom italienischen Staatspräsidenten mit dem
Titel Commendatore ausgezeichnet. Wilhelm Schlötterer
ist verheiratet und lebt mit seiner Frau bei
München. Er ist seit über 30 Jahren CSU-Mitglied.
Wilhelm Schlötterer:
»Macht und Missbrauch. Franz Josef Strauß und seine Nachfolger. Aufzeichnungen eines
Ministerialbeamten.«
Fackelträger Verlag.
Gebunden mit Schutzumschlag, 416 Seiten, ISBN 978-3-7716-4434-5



