DER WOLF: MONSTER ODER KUSCHELTIER? AUFRUF ZUR SACHLICHKEIT
Presseerklärung des Kreisverbands, 04.02.2011
Der Kreisverband der Grünen fordert dazu auf, bei der Diskussion über den Wolf wieder zur Sachlichkeit zurückzukehren. Alle Beteiligten und Betroffenen sollten sich fragen, ob diese zum Teil aggressive Emotionalität dem Thema gerecht wird.
Weder handele sich bei dem Wolf »um ein süßes Kuscheltier noch um ein gefährliches blutrünstiges Monster, wie so manche Wolfsgegner glauben machen wollen«, gibt der Pressesprecher der Grünen Wolfgang Rzehak zu bedenken. Für die Kreis-Grünen sei es nachvollziehbar, dass das Auftauchen des Wolfes in unserer Region Probleme schafft und die Almbauern sich ernsthaft Sorgen um ihre Existenz machen, das dürfe aber nicht zu einer irrationalen Stimmung führen. »Tatsache ist aber, dass sich der Wolf wieder bei uns ansiedelt und wir lernen müssen, damit umzugehen«, macht Rzehak deutlich.
Der Wolf stehe unter höchsten gesetzlichen Schutz, wer dessen Entnahme fordert und eigentlich damit den Abschuss meint, sollte sich schon fragen lassen, welches Verhältnis er zum Rechtsstaat hat. Unangemessen und einer Lösungsfindung nicht dienend, finden die Grünen deswegen den Aufruf des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayerns. Es sei schon sehr ungewöhnlich, dass im tiefsten Oberbayern von einer »no-go-area« gesprochen wird und ein wild lebendes Tier wie der Wolf als »Emission« bezeichnet wird.
Schade findet es Rzehak, dass die Informationsveranstaltung des Bund Naturschutzes zum Thema Wolf im Miesbacher Bräuwirt von Seiten einiger Wolfsgegner lediglich als Plattform angesehen wurde um Stimmung zu machen. »Wer bei dieser Veranstaltung dabei war, merkte schnell, dass viele der Wolfsgegner, die im Übrigen nicht die Mehrheit der Anwesenden stellten, sich gar nicht informieren wollten.« So seien vorgefertigte Statements abgegeben worden, anstatt die Möglichkeit zu nutzen den Experten Fragen zu stellen, wie mit dieser schwierigen Situation umzugehen sei. Angebote, wie zum Beispiel das der Bergwacht, den Almbauern zu helfen, seien ins Lächerliche gezogen worden. Auch sei dauernd dazwischen gerufen worden, anstatt sich den Vortrag erst mal zu Ende anzuhören. »Das war nervig für diejenigen, die zuhören wollten und mehr zu diesem Thema wissen wollten« ärgert sich Rzehak. Interessant sei auch die Haltung der Staatsregierung zur Wolfsproblematik. Zu jedem Sandmännchen oder Franken-Tatort habe der Umweltminister Söder eine Pressemitteilung übrig, aber bei diesem Thema kneife er. Rzehak: »Als Umweltminister weiß er genau, dass er gar keine rechtlichen Möglichkeiten hat den Wolf zu entfernen, aber das traut er sich nicht zusagen. Der will es sich weder mit den Bauern noch den Tierschützern verderben, deswegen ist er auf Tauchstation gegangen.«
