KRISE DER MILCHBAUERN ALS CHANCE FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT IM LANDKREIS MIESBACH


05.06.2008

Landtagskandidat Peter Rutz nimmt Stellung zur derzeitigen Situation

Bei der jüngsten Vorstandssitzung der Kreis-Grünen wurde unter anderem die Lage der Milchbauern im Landkreis Miesbach vor dem Hintergrund der derzeitigen Protestaktionen diskutiert und erörtert. Landtagskandidat Peter Rutz stellte in seinen Ausführungen klar, dass der jetzige Milchpreis die Schmerzgrenze der Landwirte weit unterschritten habe und Handlungsbedarf bestehe.

Peter Rutz, selbst Biobauer, stellte sich und den Anwesenden die Frage: »Wie soll es nun in der Landwirtschaft weitergehen?« Für den Landtagskandidaten wird eines immer deutlicher: »Ein Großteil der kleinen und mittleren Betriebe wird in Zukunft nur überleben können, wenn sie sich aus der Abhängigkeit der großen Milchverarbeiter lösen können.« Denn auch der geforderte Milchpreis von 43 Cent ergebe bei der jetzigen Energiekostenrechnung für viele Bauern lediglich eine Nullrunde, und nur kostendeckend zu wirtschaften könne doch nicht das Ziel sein.

Für Rutz sei deswegen ein grundsätzliches Umdenken beim Verbraucher, der Politik und den Landwirten notwendig, damit die bayrischen Bauern aus der jahrzehntelangen Krise herausfinden. Dabei sei es auch wichtig, dass sich der Landwirt auch im Oberland nicht ausschließlich als Milchwirt begreift, sondern seine Chancen ergreife. Diese können auch im Bereich Erneuerbare Energien, Selbstvermarktung oder im Tourismus liegen.

Um diese Chancen zu nützen, müsse sich aber so mancher Landwirt von einer gewissen »Abliefer-Mentalität« verabschieden und sich den Gesetzen der Marktwirtschaft stellen.

Rutz: »Jede Krise ist auch eine Chance. Die geplante Naturkäserei im Tegernseer Tal ist beispielhaft dafür, dass Landwirte sehr wohl in der Lage sind ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.«

Aber auch die Politik sei aufgerufen dem Land-und Forstwirt in seiner Funktion als Erhalter der Kulturlandschaft und Garant für eine gesund und intakte Umwelt neu zu definieren und zu fördern. Die Unterstützung der Miesbacher Landwirte im Wasserschutzgebiet sei hier mit Sicherheit der richtige Weg, wenn auch noch ausbaufähig. Rutz: »Wenn schon Subventionen, dann an die kleinen und mittleren Betriebe und insbesondere an die, welche nach ökologischen Gesichtspunkten wirtschaften.« Und die Verbraucher müssten endlich wieder Lebensmittel schätzen lernen, regionale Vermarktungsstrukturen unterstützen und höhere Preise bei entsprechender Qualität akzeptieren. Ein wachsender Anteil an der Bevölkerung sei laut Rutz dazu aber immer mehr bereit. Die Nachfrage nach Bioprodukten boome, in Bayern sogar so stark, dass seit geraumer Zeit Biomilch nach Bayern importiert werden müsse, da immer noch zu wenige bayerische Bauern auf biologische Landwirtschaft umgestellt hätten. Der Bioboom sei eine große Chance für unsere bäuerliche Landwirtschaft im Landkreis. Rutz: »Der Landkreis Miesbach hat mit seinen 20% Biobauern und somit dem höchsten Anteil bundesweit zwar eine gewisse Vorreiterolle. Das ist aber noch steigerungsfähig.«

Der Kreisverbandsvorsitzende Gerhard Klotzsche bedankte sich bei Peter Rutz für die nach seiner Meinung interessante Einschätzung der milchpolitischen Lage und kündigte an, dass der Kreisverband sich weiter mit diesem Thema beschäftigen wird.