VERLÄSSLICHE SCHULPOLITIK NOTWENDIG!


20.03.2009

Der Kreisverband von BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN befasste sich auf einer Klausursitzung eingehend mit der Bildungspolitik im Landkreis. Zur Darstellung der derzeitigen Situation kamen neben den Mitgliedern der Kreistagsfraktion auch Elisabeth Dasch vom »Förderverein Weiterführende Schule in Holzkirchen« zu Wort.

Nach einer ausführlichen und äußerst engagierten Diskussion kamen die Grünen zu dem Ergebnis, dass neben dem Standort Miesbach auch im Tegernseer Tal und für den Landkreis-Norden ein Angebot von Realschule und Gymnasium erforderlich ist.

»Die seit langem diskutierte Entlastung für die Realschule in Miesbach kann nicht länger verschoben werden«, umreißt Kreisrat Wolfgang Rzehak den Ausgangspunkt. Durch die Verteilung auf drei Standorte können nach Ansicht des Kreisvorsitzenden Gerhard Klotzsche »Belastungen verteilt werden, ohne dass bestehende Schulen in ihrem Bestand gefährdet werden.« Auch die enormen Schülerströme und die damit verbundenen Verkehrsbelastungen würden dadurch reduziert.

»Derzeit fahren rund knapp 700 Schüler aus Holzkirchen und Otterfing zu sechs verschiedenen Gymnasien – dies widerspricht dem grünen Prinzip der Verkehrsvermeidung durch kurze Wege«, so Klotzsche. Zudem müsse an jeder Schule auch ein »echtes« Ganztages-Angebot realisiert werden.

Allen Beteiligten war durchaus bewusst, dass die Verwirklichung dieser Zielsetzungen auf enorme –insbesondere finanzielle - Probleme stößt. Als Hauptursache machen die Grünen einen »Systemfehler« aus: »Während die Bayerische Staatsregierung die Richtlinien der Bildungspolitik festlegt und für die personelle Ausstattung verantwortlich ist, müssen die Kommunen als sog. ‚Sachaufwandsträger‘ die räumlichen Voraussetzungen schaffen, sprich Schulhäuser bauen und unterhalten«, führt der Kreisvorsitzende aus.

Leider biete die Bildungspolitik in Bayern in der jüngeren Vergangenheit ein sehr unausgegliches Bild, beklagen die Grünen: Neben völlig überraschenden und teilweise unausgegorenen Entscheidungen, wie der Einführung des G8, seien völlig unsichere Vorgaben der Staatsregierung zu verzeichnen, was z.B. Schulformen und Klassengrößen angehe. »Wir fühlen uns durch die Folgekosten, die durch die Einführung der sechsstufigen Realschule und des achtjährigen Gymnasiums verursacht wurden, auf Kreisebene ziemlich alleine gelassen. Nicht nur grüne Kommunalpolitiker stehen oftmals staunend und hilflos vor den Bedingungen unter denen wir über Investitionen im mehrstelligen Millionbereich entscheiden sollen«, so die Kreisrätin Elisabeth Janner.

Die Grünen waren sich einig, dass bei der Bildungszielplanung im Hinblick auf die angespannte Finanzlage durchaus auch die Zusammenarbeit über Landkreisgrenzen hinweg geprüft werden solle.

»Wir brauchen eine verlässliche Schulpolitik in Bayern, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass die heutigen Schülergenerationen neben einem mangelhaften Schulsystem letztlich auch noch in Zukunft die Lasten für teure Fehlentscheidungen der Gegenwart abbezahlen müssen«, fasste der Kreisvorsitzende die Ergebnisse der Sitzung zusammen.