02.04.2009
Der Kreisverband Miesbach von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN hatte ins Gasthaus »Alter Wirt« in Weyarn zu dem Vortrag »Stromanbieterwechsel zur Unterstützung der Energiewende« eingeladen. Über 20 Zuhörer fanden sich ein, um sich vom Energiereferenten der Kreis-Grünen Dr. Horst Böhner über dieses Thema informieren zu lassen.
Böhner, der auch Vorstandsmitglied der Energiewende Oberland ist, machte gleich zu Anfang deutlich: »Der Wechsel zu einem ökologischen Stromanbieter ist kinderleicht. Ein Fax oder E-Mail reicht, der Rest wird für einen erledigt.« Schwieriger sei es da schon bei etwa 500 Ökostromtarifen von verschiedensten Anbietern den Überblick zu behalten. »Nicht überall, wo Öko-Strom drauf steht ist auch Öko drin«, warnte er die Zuhörer. Es gebe sogar ganz dreiste Anbieter, die selbst Atomstrom als ökologisch bezeichnen und damit Werbung machen, um Kunden zu ködern. Und das, obwohl gerade die Erzeugung von Uran sehr viel Energie verschlinge und die Endlagerung der radioaktiven Stoffe immer noch nicht gelöst sei. Nur Strom, der aus erneuerbaren Energien wie Wasser, Wind, Sonne, Biomasse oder Tiefenerdwärme erzeugt wird und so die Umwelt mit möglichst wenig CO2 und unsere nachfolgenden Generationen mit möglichst wenig Risiken belastet, ist für Böhner Ökostrom.
Um die Energiewende weiter voranzubringen, sei es aber auch wichtig, dass die Anbieter den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung weiter erhöhen. Dazu sei es notwendig, dass die Stromanbieter auch einen wesentlichen Teil ihrer Überschüsse in neue Anlagen zur nachhaltigen Stromerzeugung investieren. Diese Anforderung wird nur von einem kleinen Teil der vielen Ökostromanbieter erfüllt. Einige davon garantieren ihren Kunden zusätzlich, dass sie zu jedem Zeitpunkt die vom Kunden benötigte Menge an Ökostrom bereitstellen. Aus Sicht der Energiewende, so Böhner, wäre dies der Idealfall, denn eine zukünftige nachhaltige Stromversorgung mit »100%-Strom aus erneuerbaren Energien« muss genauso wie die heutige Stromversorgung den Bedarf aller Stromkunden zeitnah decken, indem sie intelligente Technik und einen geeigneten Mix von erneuerbaren Energieträgern nutzt.
Kreisverbandsvorsitzender Gerhard Klotzsche bedankte sich bei Horst Böhner für seinen engagierten Vortrag und appellierte am Schluss an die Anwesenden: »Der Wechsel tut nicht weh und der Ökostrom kostet auch nur wenig mehr. Aber jeder Wechsel bedeutet weniger CO2 und weniger Atomstrom!«

